Kreatives Lernen Tuttlingen
Die MTA Studie
Definition

MTA = Multimodal Treatment Approach,

zu Deutsch: Multimodaler Behandlungsansatz

Welcher Therapieansatz ist bei einer ADHS der Bessere?

Das Angebot an Therapieansätzen, Mittelchen und Patentrezepten für die Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS, wird von dem jeweiligen Anbieter immer stark propagiert.

Dies verunsichert viele Familien mit ADHS-Kindern und Jugendlichen.

Wie wurde bei der MTA Studie vorgegangen?

Die MTA Studie hat nun in 4 verschiedenen Gruppen untersucht, welches der richtige Therapieansatz sein sollte.

Eine Stichprobe von 579 Kindern mit ADHS/kombinierter Typ (d. h. Aufmerksamkeitsstörungen mit Hyperaktivität und Impulsivität) im Alter von sieben bis neun Jahren wurden, per Zufall, einer der folgenden 14 Monate dauernden Behandlung zugewiesen:

1. Gruppe: MED
  Medikamentöse Therapie und Beratung (optimale, dem Kind- bzw. Jugendlichen angepasste Medikation und monatliche Beratung)
2. Gruppe: VT
  Verhaltenstherapie (eltern-, schul- und patientenzentrierte Interventionen)
3. Gruppe: KOMB
  Kombination von medikamentöser Therapie und Verhaltenstherapie
4. Gruppe: ST
  Standardbehandlung (nach Aufklärung über die diagnostischen Befunde, Empfehlung, eine Behandlung aufzunehmen; 67% der Patienten dieser Gruppe wurden medikamentös behandelt).
Ergebnisse:
  In allen vier Behandlungsgruppen wurde im Laufe der Zeit eine ausgeprägte Symptom-Minderung festgestellt.
  Allerdings gab es beim Ausmaß dieser Verbesserungen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen.
  Bei den meisten ADHS-Symptomen wurden in den Gruppen KOMB und MED, deutlich bessere Ergebnisse erzielt als mit VT oder ST.
  In mehreren Fällen erwies sich KOMB als überlegen gegenüber intensiver VT und ST.

Dies bedeutet:
  1. oppositionell/aggressiver Symptome
  2. Problemen im emotionalen Bereich
  3. Lehrerbeurteilung der Sozialkompetenz
  4. Eltern-Kind Beziehungen
  Dies war bei MED nicht der Fall.
  MED war gegenüber ST insgesamt überlegen, obwohl zwei Drittel der ST Probanden während der Studie ebenfalls medikamentös behandelt wurden.
  Zwischen den Gruppen KOMB und MED gab es im direkten Vergleich keine wesentlichen Unterschiede.
Diese ursprüngliche Schlussfolgerung von 1999 musste nach einer detaillierten Analyse 2001 revidiert werden.

Hierzu berichtete Dr. med. Penny Knapp, Professorin an der University of California und medizinische Direktorin des Kalifornischen Staatsinstituts für seelische Gesundheit auf der CHADD-Konferenz 2001.

  Schlussfolgerungen nach neuestem Stand 2001
  1) Zur Verminderung von ADHS-Symptomen ist eine sorgfältig durchgeführte medikamentöse Therapie wirkungsvoller, als Verhaltenstherapie und als Standardtherapie.
  2) Mit der kombinierten Therapie (Medikation und Verhaltenstherapie ) wurden statistisch bessere Ergebnisse erzielt, als jeweils nur Medikation oder Verhaltenstherapie alleine.
Quelle:
Mitteilungsblatt der Elterninitiative ADS e.V., Ausgabe Nr. 5, Dezember 2002


  Dr. Meinrad Ryffel (Teil 2)  
  Frau Neuhaus (Teil 1)  
 
 



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